»Gartenreich Loheland«

Erkundung der denkmalgeschützten Schulsiedlung mit nationaler Bedeutung

Künzell-Loheland, Loheland

Die Loheländerinnen errichteten 1919-34 auf einem 54 ha großen Wald- und Ackergrundstück 22 Schul-, Wirtschafts- und Wohngebäude und gestalteten die naturnahe Schulsiedlung, die bis heute auf rund 40 Objekte qualitätsvoll erweitert wurde.

Die weitläufige Anlage steht als Gesamtensemble unter Denkmalschutz, 18 Gebäude sowie der Friedhof der Frauensiedlung sind als Einzeldenkmale ausgewiesen. Insgesamt sind die Gebäude klein, aus den am Ort auffindbaren Materialien wie Holz und Sandstein gebaut und unterschiedlich gestaltet. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich unauffällig in die Landschaft einschmiegen.

Die frühen Bauten zeigen runde oder ovale Grundrisse sowie die Bereitschaft zu experimentellem Bauen. So ist die »Waggonia« ein Ensemble von vier ausrangierten Eisenbahnwagen, die zu einem Gebäude mit Patio zusammengefasst wurden. Das Ensemble beherbergte die bekannte Lichtbildwerkstatt Loheland, die Lederwerkstatt, die Schneiderei, die die lohelandeigenen Stoffe verarbeitete, und war Wohn- und Arbeitsraum einer Musikerin. Es zählt zu den besonderen architektur- und kulturhistorischen Einzeldenkmalen der Siedlung.

Als Architektin der Aufbaujahre gilt Louise Langgaard, eine der beiden Gründerinnen Lohelands. Die fachlichen Planungen übernahmen Walther Baedecker und sein Hamburger Architekturbüro oder der Fuldaer Architekt Egon Mahr. An Skizzen und Entwürfen der frühen Jahre beteiligten sich auch Teams junger Leute wie Kurt Wehlte oder Gretel Norkauer.

Der bebaute Raum wird durch landbauliche Flächen ergänzt. Sie werden seit 90 Jahren biodynamisch bewirtschaftet und im pädagogischen Konzept genutzt. Die Verbindung von Bewegungsschulung, Werkstattarbeit, Kunst und Natur begründete den Ruf der Frauenbildungsstätte in den Zwischenkriegsjahren als außergewöhnlich experimentellen Ort für Frauen. Heute beherbergt das Gelände u.a. eine Waldorfschule mit gymnasialer Oberstufe, einen Waldorf-Kindergarten, eine Tagungsstätte, das historische Archiv der Loheland-Stiftung und einen Laden mit Café.

Es steht Besuchern ganzjährig zum Besuch offen. Ein Audioguide und eine kleine Broschüre unterstützen eine selbständige Erkundung der Anlage. Zu bestimmten Terminen werden jedoch auch Führungen angeboten und das Atelierensemble »Waggonia« zur Besichtigung geöffnet.

 

Parkplätze sind vorhanden, ebenso ein Café und Übernachtungsmöglichkeiten (auf Anfrage). Die Gesamtanlage ist im Außenbereich barrierefrei zugänglich.

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Zielgruppe

  • Familien, 
  • Erwachsene, 
  • Senioren

Thema

  • Entdecke das Bauhaus!

Rahmenveranstaltung

Adresse

Loheland
Loheland 1
D - 36093 Künzell-Loheland

Barrierefreiheiten

  • Leitsysteme / Orientierungsmöglichkeiten
  • Audioguide
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